Vergaser (Carter) abdichten, Erfahrung?

  • Hallo Leute,


    ich wollte mich demnächst mal der nächsten Baustelle an meinem Buckel widmen und vorher mal nach euren Erfahrungen fragen.


    Der Vergaser meines 1952er B4B Buckels (denke es ist ein Carter Vergaser) sieht nicht besonders gut aus.
    Irgendwo sifft es raus. ich konnte leider bislang nicht wirklich erkennen wo genau es raus läuft.


    Habt ihr Erfahrungen bzgl. des Abdichten des Vergasers?
    Habe gesehen, dass es einen Reparatursatz gibt.
    https://vp-autoparts.de/de/art…-vergaser-carter-b4b.html
    Allerdings wollte ich eigentlich nicht unbedingt das ganze Ding überholen - bzw. ich glaube ich trau mir das nicht zu. Das sind so viele kleine Einzelteile.


    Könnte es vielleicht auch sein, dass ich einfach die ein oder andere Schraube außen nachziehen muss und das Problem hat sich erledigt? Oder nur ein Ventil ersetzen oder so?
    Oder muss der ganze Vergaser überholt werden?
    Hat jemand Erfahrung damit?
    Oder ist es das beste gleich einen neuen (gebrauchten?) Vergaser zu besorgen?


    Für den Zenith Vergaser gibt es ja auch nur einen Dichtungssatz (also nicht ein kompletter Reparatursatz)
    https://vp-autoparts.de/de/art…aser-zenith-30-vig-9.html
    ist auch erheblich günstiger..



    Hat das von euch schonmal jemand gemacht??
    Bin für alle Tips und Ratschläge offen!


  • Noch nicht am Volvo mit Vergasern zu tun gehabt, aber so schon oft bei Motorrad und Amischlitten.


    Entweder ganz oder gar nicht überholen, nachziehen nur mit viel Gefühl und Drehmoment falls es dazu angaben gibt, sonst noch mehr Gefühl, da kann schnell was kaputtrepariert werden.


    Lieber einen überholten Vergaser kaufen, falls du es dir nicht zutraust, aber ist normal keine Raketentechnik.

  • Ok.
    vielleicht nochmal anders gefragt:


    Wenn ich den oben verlinkten Reparatursatz kaufe. Ist es dann im Grunde nur auseinander bauen, Dichtflächen reinigen, und wieder zusammenschrauben?


    Oder muss ich danach alles mögliche neu einstellen, wozu ich spezielle Messgeräte brauche?

  • Moin,


    noch mal ein Unwissender... ich kenne den Carter-Vergaser nicht.


    Aber generell musst Du davon ausgehen, wenn
    der Vergaser zerlegt wird, um den Dichtsatz einzubauen, dass Du danach eine
    Grundeinstellung durchführen musst.


    Wenn der Motor dann wieder läuft, muss der CO-Wert eingestellt werden.
    Dafür braucht es ein Messgerät.


    Es gibt natürlich Ausnahmen. Wenn nur die Schwimmerkammer-Dichtung erneuert
    werden soll, muss danach keine Neu-Einstellung des CO-Wertes gemacht werden.


    Wenn die Düsen rauskommen und gereinigt werden, dann bei den meisten Vergasern
    schon.


    Warum reinigst Du den Vergaser nicht erst mal von außen mit Bremsenreiniger und
    schaust, ob Du die Undichtigkeit dann sehen kannst. Vielleicht ist nur die Verschraubung
    der Benzinleitung undicht.



    Viele Grüße
    Ralf

  • Wenn ich den oben verlinkten Reparatursatz kaufe. Ist es dann im Grunde nur auseinander bauen, Dichtflächen reinigen, und wieder zusammenschrauben?

    Hallo Vilma.

    Du solltest ihn vorher von aussen reinigen und dann ist es wie von dir angenommen eine auseinander puzzeln und dann mit den neuen Teilen rückwärts alles zusammen setzen.

    Auf jeden fall solltest du ihn komplett machen.

    Da es den Satz immer gibt (auch bei Skandix) rate ich dir den Vergaser erst zu zerlegen (Fotos machen) und zu prüfen ob die beweglichen Teile ausgeschlagen sind oder sich eingearbeitet haben - das kannst du rein visuell feststellen und benötigst kein Spezialwerkzeug. Wenn die Teile kein Macken oder Riefen haben - lohnt sich die Arbeit. Sonst brauchst du nicht nur den Satz sondern einen ganzen Vergaser (den gibt es für 3200 Kr).

    Frag nicht nach Drehmomenten. Wenn alles gelöst werden kann die normale Lösekraft "merken" und die Hälfte zum Anziehen verwenden - fertig. Stahl in Alu (Zinkdruckguss) M6 über den Daumen "linkes Handgelenk" fest :-).


    Wenn du beim Zerlegen die einzelnen Schritte mit Fotos festhältst ist eine Unterstützung (hier) auch machbar.


    Noch zum Reinigen - Ultraschallbad ist gut und auch sicher für die Teile sehr hilfreich (es geht auch ohne) aber auf den Reiniger achten damit das Alu nicht angefressen ist. Die auf der Aussenseite festgebrannten Stoffe (Öl +Kraftstoff) gehen schlecht ab - da kann eine Glasperlen Strahlreinigung als erstes eingesetzt werden :-).

    Gruß

    Jörn

  • Ok.

    werde den Vergaser heute mal von außen reinigen und versuchen zu identifizieren wo genau es raus sifft.


    Was mich bißchen wundert ist, dass der Dichtsatz für den Zenith-Vergaser nur 15 Euro kostet

    und der Reparatursatz für den Carter kostet über 100 Euro.


    Gibt es vielleicht solch einen einfachen Dichtsatz wie für den Zenith auch für den Carter? Ich brauche ja eigentlich nur die Dichtungen und nicht gleich alle Düsen etc. erneuern...

  • hab mal nach Dichtsatz Carter gegoogelt und was von Opel gefunden, was aber aussieht als könnte es passen:


    hier der von vp-classic für den Volvo:


    und hier Dichtsätze für Carter Vergaser beim Opel:


    Die Form sieht identisch aus und kosten tut es nur ein Bruchteil.


    Wäre vielleicht ein Versuch wert!

  • so. jetzt habe ich das Ding mal ordentlich geschrubbt und mal versucht herauszufinden wo es raus läuft.

    Mir scheint es entweder aus der Ecke hinter der Schraube (blau) oder aus dem Loch (pink) zu kommen. Oder aus beiden natürlich.




    Für was dient das Loch (pink)? Ich meine da schon manchmal Blasen rausblubbern gesehen zu haben...


    Wisst ihr vielleicht für was das Loch ist? oder fehlt da eine Schraube?

    :/ :/

  • Schau dir bei gcp.se im Teilekatalog doch einfach mal die Explosionszeichnung an, da dürfte schnell klar werden, ob da was fehlt. Für mich schaut das aber nach der Dichtfläche dazwischen aus.

    Wenn du den Vergaser fertig hast, kann man bei korrektem Zündzeitpunkt und Schließwinkel den Leerlauf-Co auch nach Gefühl einstellen, das ist mit ein bisschen Verständnis recht einfach. Der Last-CO bei geöffneter Drosselklappe wird eh durch das Düsenmaß bestimmt, da ist nichts einstellbar ausser man tauscht die Hauptdüse. Kontrollieren kann man das recht leicht mit einer Colortune-Testzündkerze.

    Bevor du ihn zerlegst, würde ich mal die Drosselklappe auf Spiel prüfen, wenn die Welle ausgeschlagen ist lohnt sich eine Überholung nur, wenn man das auch instandsetzen kann.

    Ansonsten zieht er da immer Nebenluft und wird nie sauber laufen.


    Ein Tip noch, falls Magerruckeln unter Teillast entsteht: Häufig ist ein verbrauchter Kondensator am Verteiler schuld daran. Der wird bei den Zündungs-Verschleißteilen nämlich gern vergessen.

  • Hallo ihr,


    ich hab den Vergaser in der letzten Woche mal weiter beobachtet. Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass es oben raus kommt. zumindest nicht in einem relevanten Ausmaß.


    Ich habe beobachtet, dass es an einer ganz anderen Stelle - für mich unerklärlich - raus läuft. Und zwar an den Dichtflächen am Vergaserflansch sowie unter der Mutter am Flansch. An der Mutter habe ich mehrer Blasen regelrecht blubbern sehen.


    Das kommt nicht von oben drüber. Man sieht es zwar in diesem Bild nicht, aber oben drüber ist es trocken.


    Und an den Dichtungen blubbert es auch ein wenig. Allerdings muss man ganz genau hinschauen. habe mal ein Video davon gemacht. siehe hier: https://www.dropbox.com/s/uj1kv0u6wc14lid/IMG_9310.MOV?dl=0

    Man sieht, dass es ganz fein blubbert.

    (sorry für den Lärm im Hintergrund, da fuhr gerade ein Traktor vorbei).


    Die Dichtungen habe ich im letzten Herbst erst erneuert, sie sind also nicht total alt...

    Es sieht aus, als würde das da raus drücken, aber wie kann das sein? In der Ansaugbrücke sollte ja eher ein Unterdruck herrschen... Könnt ihr euch das erklären?


    Achja, die zwei Schrauben habe ich schon fest angezogen, mehr Kraft will ich da nicht mehr drauf geben.


    Viele Grüße aus Schweden!

  • Hallo Vilma, ich würde den Vergaser komplett überholen (lassen).


    Leider gibt es heute nicht mehr viele Leute, die das noch können.


    In meiner Ausbildung habe ich das noch gelernt, ist aber auch schon einige Jahre her.


    Wie schon geschrieben wurde, ist das kein Hexenwerk.


    Man sollte konzentriert arbeiten und die einzelnen Schritte evtl. fotografisch festhalten.


    Wichtig ist eine saubere Umgebung und Gefäße für Schrauben, Federn und Düsen, damit sie nicht verschwinden.


    Eine Explosionszeichung von dem Vergasermodell hilft beim Zerlegen und Zusammenbau.


    Grüße


    Johannes

  • Wenn ein Vergaser komplett im Sprit steht würde ich erstmal das Regelsystem im Zufluß prüfen, Schwimmerstand, -nadelventil.

    Dazu braucht es keine Materialschlacht, aber einige Kenntnisse über die grundsätzliche Funktionsweise eines Vergasers, mit ein bißchen Schrauben hier und da wird eher noch mehr Schaden angerichtet.

  • Es sieht aus, als würde das da raus drücken, aber wie kann das sein? In der Ansaugbrücke sollte ja eher ein Unterdruck herrschen... Könnt ihr euch das erklären?

    Deine Benzinpumpe mach mehr Druck als die 0,5Bar Unterdruck hinter der Drosselklappe.


    Wenn du "um die Ecke" wohne würdest: Könnte ich dir anbieten, Bring den Vergaser vorbei.

    Was hälst du davon den kleine selbst zu zerlegen - Bilder und wir helfen dir hier wenn du nicht weiter kommst? Das anschließende genaue Einstellen kann dann ja ein noch zu findende Werkstatt machen - ich behaupte mit der Grundeinstellung läuft er schon besser als mit dem was du da hast.


    Mit dem Schlagwort von Errolt kannst du dir schon mal die Karten legen.


    Zu neuen Dichtungen - Du hast auf dem Bild noch kein Hitzeschutzblech montiert oder? Nur den Isolierflansch neu.

    Gruß

    Jörn

  • Hi!


    Danke für eure Beiträge,..

    Erfahrungen mit Vergasern hab ich eigentlich nur von vor 20 Jahren, als wir unsere Mofas und Mopeds getunt haben. Mal ne andere Düse eingebaut usw..


    Ich weiß gerade noch nicht was ich machen werde. Das hängt bei mir gerade auch viel mit der verfügbaren Zeit zusammen.


    Ich ziehe Ende August (nach Köln!) um und muss vorher viel anderen Kram erledigen.

    Ich vermute fast, dass ich das Projekt erst im Winter angehe. Vielleicht baue ich den Vergaser aus und nehme ihn mit nach Deutschland und kümmere mich dann darum....

    Von euch wohnt niemand zufällig in NRW? Und würde das mit mir zusammen mal machen... oder so?


    ich behaupte mit der Grundeinstellung läuft er schon besser als mit dem was du da hast

    also schlecht laufen tut der Motor eigentlich nicht. Der läuft rund und hört sich an wie eine Nähmaschine. Auch die Leistung ist absolut zufriedenstellend.

    Der Vergaser wurde auch erst im Frühjahr 2020 von einem ca. 80 jährigen Mann eingestellt. Leider nicht gedichtet. (Damals noch im Auftrag vom Vorbesitzer)

    Vielleicht rufe ich den mal an...



    Worauf ich mir irgendwie keinen Reim machen kann, ist wie der Sprit da unten am Flansch austreten kann?!

    Wenn der aus dem Vergaser selbst käme, wäre das ja klar, mit den alten Dichtungen... aber da unten am Flansch, wo ich selbst erst die Dichtungen gewechselt habe.

    seltsam...!


    Du hast auf dem Bild noch kein Hitzeschutzblech montiert oder?

    Nein, leider nicht! - Ich konnte das bei VP-autoparts.se leider nicht finden!

    Ich finde dort nur welche für "Motorblock 200".

    Kennt ihr zufällig die Teilenummer?!


    Viele Grüße!

  • Hallo Vilma, Undichtigkieten wie auf deinem Bild entstehen,


    wenn die Reste einer alten Dichtung nicht vollständig entfernt wurden.


    BEIDE Dichtflächen müssen ganz sauber und möglichst glatt sein!!!


    Das dauert oft länger und erfordert einigen Einsatz.


    Der Effekt, wenn es dann dicht ist, ist aber umso größer.


    An einem meiner früheren Autos hat ein TÜV- Prüfer 15 Minuten lang ein Leck gesucht, wo es keines mehr gab.


    Grüße


    Johannes

  • Ich ziehe Ende August (nach Köln!)

    Dann ist es bis nach Duisburg nur ein Katzensprung: Vergaser mitnehmen (oder den ganzen Volvo?) und dort abgeben...

    Wenn du Kai Buttgereit fragst macht er dir auch ein passendes Blech als Hitzeschutz, drei Löcher und etwas gekröpft mehr ist es ja nicht.

    Ich meine ja ohne Hitzeschutz ist der Vergaser schnell wieder undicht und drückt Kraftstoff heraus.

    Der läuft rund und hört sich an wie eine Nähmaschine. Auch die Leistung ist absolut zufriedenstellend.

    Wie er mit einen perfekte Kraftstoffversorgung läuft hat du ja noch nicht erfahren, oder?

    Gruß

    Jörn

  • Ich würde den zur Revision geben.

    Die Autodoktoren waren doch bei einem in der Gartenhütte der nur Vergaser macht.

    Also wenn so jemand das nicht hinkriegt, dann Gute Nacht

    Ich schau mal ob ich den rauskriege.

    Grüße Gerd


    Wenn ich einen Fronttriebler haben will, kauf ich mir ´ne Gartenfräse.

    „Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich"
    Konrad Adenauer

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