Volvo 145 B20B: Motor läuft nicht ordentlich

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    • Volvo 145 B20B: Motor läuft nicht ordentlich

      Hallo Volvo-Freunde,

      ich brauch mal einen Tipp. Mein B20B mit Doppelvergaser ruckelt bei niedrigen Drehzahlen und läuft im Standgas nur auf 3 Zylindern, schüttelt sich entsprechend und aus dem Auspuss stink's nach unverbranntem Sprit. Der 4. Topf (Getriebeseite) will offenbar nicht. Einiges hab ich schon probiert:
      • Verteilerkappe neu
      • Finger neu
      • alle Zündkabel neu
      • Zündspule neu
      • Unterbrecher eingestellt
      • Zündung eingestellt
      • Kerze geprüft: Ich habe die Kerzen vom 1. und 4. Zylinder getauscht, das Problem wandert aber nicht mit. Im ausgebauten Zustand zündet die Kerze am entsprechenden Zündkabel.
      • beide Vergaser abgedichtet
      • Fahre seit 1.000 km immer Sprit mit Vergaserreiniger
      Woran könnte es liegen?
      Ach ja, ab mittlerer Drehzahlen ist alles gut.

      Danke schon mal für Eure Hilfe und ein schönes Wochenende
      Marko
    • Hallo Marko,

      ich tippe auf Falschluft im Bereich der Krümmerdichtung am 4. Zylinder. Da im Leerlauf der Unterdruck hinter der Drosselklappe am höchsten ist, zieht er hier Nebenluft über die Dichtung und das Gemisch ist nicht mehr zündfähig. Wenn du die Drosselklappe öffnest, wird das Vakuum geringer und das Gemisch wieder zündfähig.
      Überprüfen kannst du das, indem du Bremsenreiniger oder Wasser auf die betreffende Stelle sprühst.

      Viele Grüße

      Markus
    • Hallo Marko.
      Wenn die Dichtung noch nicht in der dir bekannten Zeit gewechselt wurde - einfach neu.
      Die Beschreibung passt zu deutlich auf die Dichtung oder der Ansaugkrümmer ist gerissen.

      Wenn die Dichtung nicht rundherum (ja kaum einsehbar) sichtbar ist, wurde sie eingesogen = neu, sonst erstmal nachziehen versuchen.

      Ich nehme eine Gartenspritze mit Wasser, da ist die Brandgefahr nicht so hoch :) in deinem Fall wird er das Wasser so durchhusten aber keine große Änderung bewirken - mutig und ein brennbares Zeug drauf.

      Gruß
      Jörn
    • Hallo m2609,

      es gibt schon noch ein paar zumindest naheliegende Prüfmaßnahmen zwecks Eingrenzung des Fehlers bzw. Ausschluss von Fehlerquellen, auch wenn direkte Zusammenhänge sich nicht sofort erschließen - z.B.:

      - Kompression messen:
      zwecks Vergleichbarkeit bei allen 4 Zylindern; Abweichungen von +/- 1 = unerheblich; ab 2 und mehr = auffällig

      - Ventilspiel prüfen:
      Sollwert beim B20 B ist 0,50 - 0,55; wobei beim höhere Wert die Lehre saugend durchgehen, beim niedrigen Wert frei gleiten
      soll.

      Istwert signifikant zu niedrig: D.h. zu große Öffnungszeiten // Istwert signifikant zu hoch: D.h.: zu geringe Öffnungszeiten
      Beide Fehler erfordern weiteres Testen:

      Istwert signifikant zu niedrig: Falsche Einstellung? / Ventil eingeschlagen? / (evt. defekt/"verbrannt"?)

      Istwert signifikant zu hoch: Falsche Einstellung? / Nockenwelle eingelaufen - hebt das / die jew. Ventil(e) nicht mehr weit
      genug aus. (Sichtprüfung d. Stoßstangen/Kipphebel bei laufend. Motor und abgenommenem Ventildeckel / oder: ausmessen!)

      Relevanz für das angefragte Problem - 4. Zylinder läuft im Stand bzw. unteren Drehzahlbereich nicht mit, ab mittlerer Drehzahl dagegen o.k.:
      Zu geringe Füllung // zu geringe Kompression können sich im Leerlauf (750 - 850 RPM) durchaus so äußern, dass der Zylinder spürbar / hörbar / sichtbar nicht oder nur noch völlig ungenügend mitläuft, da die übrigen Zylinder nur mit Lehrlaufeinstellung laufen, aber den wegen der o.g. Probleme ungenügend oder nicht arbeitenden Zylinder mitnehmen müssen (quasi zusätzliche Belastung).

      Bei mittlerer oder Vollast wird die Problematik - (durch die größere Menge zündfähigen Gemischs im Ansaugrohr, die dadurch bedingt höhere Füllung, und durch die höhere Kolbengeschwindigkeit, zumindest solange kein Totalausfall des Zylinders besteht) - gemindert, so dass zunächst der Eindruck entstehen kann, in diesem Bereich laufe der Motor regulär.
      Bei ganz genauem Hinsehen / Hinhören bemerkt man gleichwohl eine (zunehmende) Auffälligkeit / Laufunruhe. Dies auch bei den Auspuffschlägen.

      Weitere Problempunkte die sich v.A. im Leerlauf beim B20 B äußern, sind
      - die Synchronisation der beiden Vergaser zueinander
      - die Funktion der bimetall-betätigten Einstellung der Düsenstöcke (bei SU HIF 6) sowie auch
      - die Funktion / Einstellung der Schwimmerkammerventile
      - Funktion der Vergaserdämpfer / Ölfüllung / -viskosität / Funktion der Düsennadel & des Luftventils (= in der Vergaserglocke)

      Allerdings sind diese nicht unbedingt exakt auch nur einem - hier dem 4. - Zylinder zuzuorndnen.
      Deshalb können diese Funktionen / (Dysfunktionen) zunächst nachrangig betrachtet bzw. getestet werden.

      Schließlich auch sind die Lager der Drosselklappenwellen Störfaktoren, wenn ausgeschlagen. Da aber geschrieben wurde, die Vergaser seien abgedichtet worden, schließe ich diesen Punkt mal da mit ein.

      Es sei denn, mit "abgedichtet" wurden nur neue Flanschdichtungen gemeint. Das genügt natürlich überhaupt nicht.

      Um die Sache abzurunden, füge ich auch noch die Dampfblasen an - dagegen gibt es spezielle Einlagen zwischen Vergaser und Flansch - und natürlich auch das entsprechende Hitze-Leitblech.

      Fazit:

      1. Priorität der Ursachenforschung: S.o. Jörn / Rübenrüpel / Schwedenprojekt: Nebenluft / Undichtigkeit im Ansaugbereich
      2. Bereich: Kompression / Ventilspiel
      3. Bereich: Vergaser

      Erst wenn das alles zu nix führt, geht's an's "Eingemachte" also Block / Kolben ... - aber dazu dann später - erst, wenn's soweit wäre.

      Mit freundlichem Gruß

      k-c-f

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